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VenomGemeinsam stark

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Für Aufregung sorgte in den letzten Wochen die Nachricht, dass der von Sony auf den Weg gebrachte Superheldenstreifen "Venom" in den USA eine recht milde Alterseinstufung erhielt. Bestand anfangs noch die Hoffnung auf eine Marvel-Adaption mit Ecken und Kanten, schien nun alles auf einen eher zahmen Action-Scifi-Mix hinzudeuten. Zu einem komplett glattgebügelten Familienerlebnis mutiert die von Ruben Fleischer ("Gangster Squad") inszenierte und mit einem ausgeprägten Düsterlook versehene 100-Millionen-Dollar-Produktion zwar nicht. Mitreißend-unvergessliche Spektakelunterhaltung sieht aber sicher etwas anders aus.

Nach dem Absturz eines Raumfahrzeugs der Life Foundation im Osten Malaysias klingeln bei deren Gründer Carlton Drake (Riz Ahmed) alle Alarmglocken. Immerhin kommt durch den Unfall eine der an Bord befindlichen außerirdischen Organismen abhanden. Kurz darauf fühlt der investigative Journalist Eddie Brock (Tom Hardy) dem einflussreichen Forscher auf den Zahn und konfrontiert ihn mit schweren Vorwürfen, die dem Reporter schon am nächsten Tag den Job und seine Beziehung zu Anne Weying (Michelle Williams) kosten.

Der Medienprofi fällt schließlich in ein tiefes Loch und rappelt sich erst wieder ein wenig auf, als ihm eine Mitarbeiterin Drakes (Jenny Slate) von tödlichen Menschenversuchen berichtet. Eddie will sich vor Ort selbst ein Bild machen und stößt in den geheimen Laboren der Life Foundation auf eine extraterrestrische Lebensform, einen sogenannten Symbionten, der den Körper des Journalisten kapert, ihm Superkräfte verleiht, aber auch seine Persönlichkeit verändert.

"Venom" - so der Name des im Zentrum stehenden Antihelden - hat durchaus interessante Momente zu bieten, wirkt unter dem Strich jedoch viel zu beliebig, um nachhaltigen Eindruck zu hinterlassen. Recht unterhaltsam ist auf jeden Fall Tom Hardys fiebrig-zügellose Performance, die Eddies Überforderung nach der Verschmelzung mit dem Alien illustriert und für so manchen Lacher gut sein dürfte. Etwa dann, wenn sich der unter Dauerstrom stehende Berichterstatter in einem Restaurant vor seiner Ex-Partnerin und ihrem neuen Freund diverse Eskapaden erlaubt.

Immer wieder zapfen Fleischer und seine Drehbuchautoren das komische Potenzial an, das mit der Verwandlung einhergeht, erkennen allerdings nicht, dass sich gewisse Scherze - beispielsweise Eddies Zwiegespräche mit dem Alien - auf Dauer abnutzen. Die verstörende Wirkung des neuen "Begleiters" auf Brocks Wesen kommt etwas zu kurz. Und noch dazu lassen die Macher bei der Annäherung zwischen dem abgehalfterten Reporter und seinem "Kompagnon" zu wenig Sorgfalt walten. Dass die außerirdische Kreatur ausgerechnet in Brocks Körper verweilt, während der zu Beginn entwischte Organismus von Wirt zu Wirt wandert, muss man einfach hinnehmen. Stichhaltige Erklärungen liefert der Film leider nicht.

Was Handlung und Figurenausarbeitung betrifft, orientiert sich "Venom" an vielen anderen Superheldenabenteuern der letzten Zeit. Soll heißen: Eine clever konstruierte Geschichte oder ambivalente Charaktere sucht man hier vergeblich. Die vierfache Oscar-Kandidatin Michelle Williams wird in einer Stichwortgeberrolle verheizt. Riz Ahmed spielt einen letztlich austauschbaren Standardschurken. Der Plot hält nur selten spannende Offenbarungen bereit. Und im Finale kommt es zu einem recht leidenschaftslos abgewickelten Kräftemessen. Auch wenn manche Passagen - unter anderem eine halsbrecherische Motorradfahrt durch San Francisco - den Puls nach oben treiben und die Spezialeffekte in Ordnung sind, bleibt am Ende einiges an Ernüchterung zurück.

Christopher Diekhaus

Kinofilm
Filmbewertungenttäuschend
FilmnameVenom
OriginaltitelVenom
Starttermin03.10.2018
3D3D Info
RegisseurRuben Fleischer
GenreAction
SchauspielerTom Hardy
SchauspielerMichelle Williams
SchauspielerWoody Harrelson
Entstehungszeitraum2018
LandUSA
Freigabealter12
VerleihSony Pictures Entertainment
Quelle: "teleschau - der mediendienst"


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